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Wer sind die Coras?

Die Coras besiedeln den nördlichen Teil von Nayarit, einem sehr gebirgigen Gebiet. Die Sierra Madre Occidental trägt in diesem Abschnitt den Namen Sierra de Nayarit. Tiefe Schluchten und Höhen von 2000 - 2500 m prägen das Bild. Der größte Teil der Coras bewohnt die heiße Zone, "la zona calida", nahe an Flußufern. Das Klima variiert vom tropischen nahe der Küste bis zum gemäßigten - kalten in der Zone mit den größten Erhebungen. Die wichtigsten Zentren sind: Jesus Maria, Rosarito Sayacota, Santa Teresa, San Juan Coropan und San Pedro Ixcatlan. 1980 waren es 12 000 Personen, die Cora sprachen. Diese Sprache zählt zur Gruppe der Nahua - Cuitlateco, mit dem Stamm Yutonahua, der Familie Prima Cora. Es gibt zwei verschiedene Dialekte, welche in Mesa del Nayar und in San Pedro Ixcatlan gesprochen werden.

Ihre Wirtschaft

In erster Linie leben die Coras vom Ackerbau (Mais, Kürbis, Bohnen). Unterhalb der gemäßigten Zone werden auch Früchte angebaut. Sie züchten auch Schafe, Kühe, Ziegen, Pferde, Mulis und Geflügel. Wo es möglich ist, arbeiten sie zeitweise als Landarbeiter. Handwerkliche Sachen, gewebte Taschen und Decken, gestickte Blusen, werden hauptsächlich für den Eigenverbrauch hergestellt.

Ihre politische Organisation

1992 und 1996 besuchte ich Mesa del Nayar und El Cangrejo wieder. In La Mesa gibt es nun ein "Consupo", ein kleines, staatliches Geschäft. Dort werden nicht nur lebensnotwendige Dinge, sondern auch Alkohol und Zigaretten verkauft. Alkohol und Rauchen waren bislang nur bei religiösen Zeremonien erlaubt. Nun bringt der unkontrollierte Genuss große Probleme mit sich. Vor allem die Jugendlichen sind gefährdet. Da die Menschen sehr wenig Geld haben, stehen sie mit ihrem Vieh, mit Land oder mit den Ernteerträgen gut. Die Preise sind natürlich überhöht und so kommen die Coras bald in eine Abhängigkeit. Da die Geschäfte von Mestizen geführt werden, gelangen diese zu Grundstücken und siedeln sich in La Mesa an. Der erste Gouverneur (Tatohuan) hat politische und religiöse Aufgaben und ist die höchste Autorität. Ihm stehen der "Rat der Alten" (Bausi), der zweite Gouverneur, sowie zwei Richter mit ihren Gerichtsdienern zur Seite. Der Bürgermeister ist der Chef der Richter und der 8 Rechtspfleger, die die Bezirke repräsentieren und die Anordnungen des Gouverneurs übermitteln.

Quelle: Scheffler Lilian: Grupos indigenas de Mexico, Verlag Panorama 1988